Bis vor ein paar Jahren hatte ich eine heftige Schlangenphobie. Selbst Abbildungen führten zu hysterischen Reaktionen. Dann habe ich im Zuge einer mir von einer Heilpraktikerin verordneten MS-Therapie Schlangengifte (statt schulmedizinischer Mittel mit heftigen Nebenwirkungen) gespritzt.

Die Heilpraktikerin hatte mir die Präparate verschrieben und wollte mich beim nächsten Besuch bei ihr einweisen, wie das geht. So lange habe ich gar nicht gewartet. Erfahren im Umgang mit Spritzen, stand ich eines Nachts auf, zog die unterschiedlichen Horvi-Präparate auf und injizierte sie an verschiedenen Stellen. Aus der Beschreibung wusste ich, dass sie nicht zusammen verabreicht werden dürfen. Ein wenig mulmig war mir schon, aber ich habe die Spritzen und oral einzunehmenden Präparate gesegnet und darum gebeten, die „Gifte” mögen mir auf meinem Heilungsweg hilfreich sein.

Und das waren sie!!!! Auf Ebenen, die ich nie für möglich gehalten hätte: Sie waren u. a. super geeignet, mich gegenüber Ärzten zu behaupten, die mich von meinem Weg (Kommentar: „abstrus”) abzubringen versuchten.

Gleichzeitig durfte ich einen anderen Umgang mit Beihilfestelle und Kasse lernen: die Kosten wurden natürlich nicht übernommen im Gegensatz zur anerkannten Copaxone- oder Interferon-Therapie: Diese wären anstandslos bezahlt worden, obwohl sie ein Vielfaches gekostet hätten!!!! Anfänglich habe ich noch etliche Schriftsätze verfasst, dann aber erkannt, dass das verschwendete Energie ist. Ich will meine Nerven schonen, sie regenerieren und nicht an unnützer Stelle strapazieren ICH WILL GESUND werden und SEIN. Beihilfe und Kasse sollen sich doch auch mit meinen Beiträgen dumm und dämlich verdienen!

Die noch viel entscheidendere Veränderung war allerdings eine ganz andere. Ich konnte meine unsägliche Angst vor Schlangen verlieren!!!!

Eines Wochenendes bat ich meinen Mann, mit mir ins Landesmuseum zu gehen. Ich wollte mir Schlangen ansehen. Es kann doch nicht sein, dass ich mir die Segnungen dieser Tiere einverleibe, vor ihnen aber gleichzeitig so eine Heidenangst habe.... Mein Mann war nicht wenig über mein Ansinnen verwundert, kannte er doch meine Reaktionen sogar in Anbetracht von bloßen Schlangenbildern!!!! Er ging also mit mir ins Museum. Seelenruhig trat ich vor die Schaukästen, schaute mir diese Tiere an, die ich zunächst gar nicht sah, ein Kind neben mir klopfte gegen die Panzerglasscheibe und lockte die Schlange die sich in der hintersten Ecke verkrochen hatte, zu uns, so dass wir sie beide staunend begutachten konnten. Mit welch unglaublicher Geschmeidigkeit kam sie auf uns zu, als habe sie gespürt, welch grandiosen Auftritt sie gerade hat!

Ich kann gar nicht ausdrücken, welch unglaubliche Last mir vom Herzen fiel. Danke meinem Mann, dass er mir auch in dieser Situation zur Seite stand und mich begleitet hat.